20.07.2016

Pokemon Go - Der App-Hit des Sommers


Pokemon Go ist nach nicht einmal einem Monat unter den meist verkauften Apps der Welt!


1996 eroberten die Pokemon erstmals die Herzen der Menschen, als "Pokemon Rot" und "Pokemon Grün" in Japan erschienen, und heute sind die Taschenmonster überall auf der Welt bekannt. Im Laufe der Jahre veröffentlichte GameFreak immer mehr Pokemon-Editionen und -SpinOffs für die Konsolen von Nintendo, und immer mehr Pokemon wurden in den einzelnen "Generationen" hinzugefügt; nach der sechsten Generation, angefangen mit "Pokemon X" und "Pokemon Y", konnte man 721 Pokemon auf verschiedenste Weise finden. Während die Haupteditionen jedoch trotz ihrer Einsteigerfreundlichkeit wesentlich mehr alte Hasen als neue Fans angezogen haben, sieht man heute Leute jeden Alters und Geschlechts mit dem Handy auf der Straße. Obwohl die kostenlose App "Pokemon Go" wenig Erklärung für alles liefert, haben Niantic und die Pokemon Company damit die wohl erfolgreichste App des Jahres geschaffen, häufig auch schon als "die erfolgreichste App aller Zeiten" gehandelt!

In dem Spiel geht es darum, die 151 Taschenmonster der ersten Generation in der realen Welt zu finden, fangen und trainieren. Dafür greift die App auf die Kamera und das GPS des Handys zu. An mehr oder weniger bestimmten Orten werden auf der Karte, auf der sich die am Anfang selbst gestaltete Spielfigur synchron zum Spieler bewegt, Pokemon erscheinen. Wenn man diese auf dem Screen berührt, erscheint ein Kampffeld, auf dem sich das Pokemon bewegt. Der Hintergrund dieses Feldes ist bei Aktivierung der Kamera die Gegend, in der sich der Spieler gerade befindet, dies ist jedoch freiwillig und für Leute mit geringem Akku nicht zu empfehlen! Der Spieler muss mit Streichbewegungen Pokebälle auf den Gegner werfen, wobei die Geschwindigkeit der Ausweichversuche an die Höhe der Stufe und die Seltenheit der Art angepasst sind. Der Spieler erhält neben Sternenstaub und individuellen Bonbons auch Erfahrungspunkte für jeden Fang: 100 allgemein, 600 für eine neue Art und 10, 50 oder 100 zusätzlich für die Genauigkeit des Wurfes. Mit genügend Erfahrungspunkten steigt der Trainer eine Stufe auf, wobei Stufe 40 das Limit darstellt. Später im Spiel, sobald man eine gewisse Erfahrungsstufe erreicht hat, bekommt man außerdem im Kampf einsetzbare Beeren, die das Fangen nochmals erleichtern. Mit jedem Stufenaufstieg bis Stufe 30 werden außerdem die Level/Wettkampfpunkte (CP) der Pokemon etwas stärker.
Auf der Karte sind überall "PokeStops" und Arenen verteilt, etwa an berühmten Gebäuden, fragwürdigen Kunstwerken oder sogar Stolpersteinen, obwohl letztere umstritten sind, da so ihr eigentlicher Sinn in den Hintergrund rückt. An den PokeStops kann man immer wieder Pokebälle zum Fangen, Tränke zum Aufheilen von Kraftpunkten (KP), Beleber zum Wiederholen besiegter Pokemon, Eier zum Ausbrüten und oben beschriebene Beeren bekommen, wobei etwa nach fünf Minuten ein bereits benutzter PokeStop wieder freigeschaltet wird. In Arenen werden Kämpfe mit den Pokemon anderer Spieler ausgetragen. Nachdem der Spieler Stufe 5 erreicht hat, wird er bei Betreten einer Arena gebeten, ein Team zu wählen; zur Auswahl stehen Team Weisheit (blau) im Zeichen von Arktos, Team Intuition (gelb) im Zeichen von Zapdos und Team Wagemut (rot) im Zeichen von Lavados. Arenen haben immer die Farbe des Teams, dem die Vetreidiger angehören.
Wenn man sich für eines entschieden hat, kann man in befreundeten Arenen trainieren und, falls Platz sein sollte, ein eigenes Taschenmonster zur Verstärkung der Verteidung da lassen. In gegnerischen Arenen geht es um das Besiegen der Verteidiger, die ihr Pokemon zeitweilig zurückgelassen haben, um Geld für die Zugehörigkeit zu bekommen, wodurch diese jetzt von Computern gesteuert werden. Für jeden besiegten Feind verringert sich das "Prestige" der Arena, sodass weniger Pokemon darin gelagert werden können. Gelingt es, alle Gegner in Folge zu schlagen, nimmt die Arena die Farbe des eigenen Teams an, und der Spieler kann selbst ein Pokemon hineinsetzen. Für jeden Tag, in dem ein Pokemon sich in der Arena hält, bekommt der Besitzer Geld; wird es besiegt, kommt es mit einem KP zum Spieler zurück. Die Kämpfe bei einer Arena-Herausforderung haben nicht viel mit den taktischen Duellen der Editionen zu tun: Der Spieler lässt sein Pokemon mit einfachem Klicken auf den Bildschirm angreifen und mit zur-Seite-streichen ausweichen. Nach einer bestimmten Zahl erfolgreicher Angriffe kann das Pokemon durch Berühren eines Knopfes im oberen Teil des Bildschirms eine noch stärkere Attacke auslösen. Die Wechselwirkungen zwischen den Typen spielen auch hier eine Rolle, sind aber eher selten kampfentscheident!
Neben dem normalen Fangen kann man neue Pokemon auch durch Entwicklungen und das Ausbrüten von Eiern erhalten. Für ersteres muss der Spieler eine gewisse Anzahl an Pokemon einer Art fangen; für jeden Fang bekommt man drei Bonbons, welche speziell auf die Entwicklungsreihe eines Pokemon zugeschnitten sind, außerdem kann man schwächere oder überflüssige Pokemon an Professor Willow schicken, um ein weiteres Bonbon zu erhalten. Mit genügend Bonbons kann der Spieler ein Pokemon entwickeln lassen und es so stärker machen, außerdem wird eine neue Art im Pokedex eingetragen, den es zu füllen gilt. Wenn man Eier an PokeStops findet, sollte man sie in eine der schon bei Spielstart verfügbaren Brutmaschienen legen und sich, abhängig von der Anzeige, 2km, 5km oder 10km mit laufendem Spiel bewegen, danach wird es schlüpfen. Je länger die geforderte Strecke ist, desto seltener wird das Pokemon. Für Brüten bekommt man zusätzlich eine große Anzahl entsprechender Bonbons. Für das Entwickeln von Pokemon oder das Ausbrüten von Eiern bekommt der Spieler ebenfalls eine Menge Erfahrungspunkte, und bis Stufe 20 steigt auch die Chance darauf, ein Pokemon mit hohen CP aus einem Ei zu bekommen.

Trotz all dem Spaß, den Pokemon Go bietet, wirkt es an einigen Stellen auch unausgereift; die größten Nachteile sind wohl der hohe Akkuverbrauch, die ständigen Serverprobleme und der Mangel an Erklärung der Spielmechaniken. Zum Glück kann man den meisten Problemen mit vielen Methoden entgegenwirken. Den Akkuverbrauch kann man auf einige Weisen verringern: Im Spielmenü lässt sich unter den Einstellungen ein Energiesparmodus aktivieren, während eines Fangversuchs lässt sich die Kamera nachträglich ausstellen, nicht benötigte Anwendungen im Hintergrund sollten geschlossen werden, und im Internet gibt es Anleitungen zum Ersetzen der Spielkarten durch die Karten von Google Maps. Wenn das Spiel sich aufhängt, was besonders häufig während oder nach einem erfolgreichen Fang passiert, reicht es häufig, die App komplett zu schließen und sie erneut aufzurufen, wenn das Problem mehrmals in Folge auftritt, hilft es auch, das Handy neu zu starten. Meistens hat man die den Absturz verursachenden Taschenmonster danach trotzdem.
Eine andere Art von Spielabstürzen zeigt sich dadurch, dass Pokemon im Fangbildschirm unsichtbar sind. Nach einem deutlich erschwerten Treffer wird sich das Spiel dann garantiert aufhängen, und ein Neustart der App reicht nicht aus. Es empfielt sich, das Handy auch in diesem Fall aus- und wieder einzuschalten. Wenn die App während des Warnbildschirms mehrmals die Anmeldung verweigert, bedeutet dies, dass die Server überlastet sind. Dann wird die App eine Weile nicht funktionieren, und es hilft nur, es nach ein paar Stunden noch einmal zu probieren. Wem die hier und im Spiel gegebenen Erklärungen nicht reichen, um die Mechanismen zu verstehen, sollte im Internet fündig werden, da momentan unzählbar viele Seiten, ob eigenständig oder in sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram, Tipps zum Spiel geben, die Niantic und die Pokemon Company die Spieler lieber selbst herausfinden lassen wollten. Es gibt wie erwartet häufig Meldungen von Leuten, die beim Spielen nicht auf ihre Umgebung geachtet haben und ein schlimmes Schicksal erlitten haben, die App warnt aber bei jedem Spielstart ausdrücklich davor, weswegen die Schuld nicht bei den Entwicklern zu suchen ist!
Die Entwickler des Spiels arbeiten bereits an Updates für Pokemon Go, hauptsächlich zur Verbesserung der Serverstabilität, aber Fans erhoffen sich auch Überraschungen, etwa die Einbindung von Pokemon späterer Generationen. Andere hingegen spekulieren schon über einen eventuellen Nachfolger, der das gleiche Prinzip, aber mit Ausmerzung der genannten Probleme, bieten soll, und vielleicht sogar alle 721 Pokemon beinhaltet, wenn dies jedoch eines Tages der Fall sein sollte, ist es noch ferne Zukunftsmusik. Alles in allem hat die App auch so einen immensen Erfolg hingelegt, und wird noch eine Weile alle Arten von Menschen überzeugen können, darum ist ein Nachfolger bis zum endgültigen Abschluss des "Hypes" nicht zu erwarten.

Ich gebe der App "Pokemon Go" 83 von 100 Punkten.

Ein Beitrag von Justin(18)

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